Veranstaltungsarchiv

Virologie

Direktor:
Prof. Dr. med. Klaus Überla

Ein Blick zurück...

Infektionen im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich

Einladung zur Fortbildungsveranstaltung

die Mundhöhle ist der Lebensraum eines komplexen Ökosystems verschiedenster Mikroorganismen. Man vermutet, dass mindestens 700 unterschiedliche Spezies die Mundhöhle besiedeln, von denen nur die Hälfte bisher kultiviert werden konnte. Die Mikroorganismen haben sich im Laufe der Evolution an zahlreiche unterschiedliche Nischen in der Mundhöhle angepasst, z. B. den Speichel, die Zunge, den Biofilm der Zähne und die Mundschleimhaut mit ihren verschiedenen Bereichen (z. B. der Gingiva). Dabei gibt es Spezies, die nur in einer bestimmten Nische leben können und andere, die in allen Teilen der Mundhöhle zu finden sind. Die Zusammensetzung der Mundflora ist dabei unter anderem abhängig vom Alter und den Lebensbedingungen.

Bezüglich der Entstehung von Erkrankungen  der Mundhöhle kann das orale Mikrobiom Segen und Fluch zugleich sein. Zum einen stellt eine hohe bakterielle Diversität einen effektiven  Schutz gegen die Besiedlung mit schädlichen externen Mikroorganismen dar; eine Störung dieses Gleichgewichtes kann z. B. in einem oralen Soor münden. Zum anderen sind die Mikroorganismen der Mundhöhle die Ursache von Erkrankungen wie Karies, Gingivitis und Periodontitis oder können zu vielgestaltigen abszedierenden Infektionen des Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereiches führen. Die Erreger müssen jedoch nicht auf diesen Bereich lokalisiert bleiben. Sie können sich entweder per continuitatem auf benachbarte Bereiche, z. B. das Mediastinum, ausbreiten oder mit dem Blut entfernte Organe infizieren und zu einer Endokarditis oder einem Hirnabszess führen. Erschreckend ist hierbei, dass von diesen schweren Erkrankungen auch vermeintlich völlig gesunde Personen betroffen sein können.

Auch für Viren stellt die Mundhöhle eine wichtige Eintrittspforte und zugleich einen Ort für die initiale Replikation ebenso wie für die Persistenz dar. Im Vergleich zur großen Häufigkeit, mit der Viren aus einer ganzen Reihe von Virusfamilien mit den Methoden des „Next-Generation-Sequencing“ als Teil des „Viroms“ der Mundhöhle gefunden werden, ist die Zahl symptomatischer Virusinfektionen in der Mundhöhle relativ gering. Das Spektrum der Erkrankungen reicht  dabei von normalerweise rasch wieder abklingenden Bläschen oder Aphthen wie bei Herpes- simplex- oder Enterovirus-Infektionen (Hand- Fuß-Mund-Krankheit) bis hin zu virusinduzierten Malignomen wie den HPV-assoziierten Plattenepithelkarzinomen oder dem durch das humane Herpesvirus 8 verursachten Kaposi-Sarkom.

In unserer Fortbildungsveranstaltung möchten wir Ihnen anhand von ausgewählten Kasuistiken und in zwei Übersichtsvorträgen interessante Aspekte aus dem breiten Spektrum der Infektionen des Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereiches nahebringen.

Wie immer würden wir uns sehr freuen, Sie hierzu begrüßen zu dürfen.

Prof. Dr. med. Christian Bogdan
Prof. Dr. med. Klaus Überla

Datum

Datum: 29.01.2020
Uhrzeit: 18.15 - 20.30 Uhr

Raum

Hörsaal Mikrobiologie

Adresse

Wasserturmstr. 3-5
91054 Erlangen

Hinweis zum Veranstaltungsort: nicht barrierfrei zugänglich

Zielgruppe

  • Ärzte

Fortbildungspunkte

3

Downloads

zurück zu Veranstaltungen
 

Veranstaltungskalender

MoDiMiDoFrSaSo
26 27 28 29 30 01 02
03 04 05 06 07 08 09
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 01 02 03 04 05 06

Veranstaltungssuche

Nachrichten

Mutanten helfen dem Virus, sich durchzusetzen

Gab es im April 2020 weltweit nur etwa zehn dominante Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2, ist ihre Zahl bis zum Frühjahr 2021 rasant angestiegen. Heute sind etwa 100 Mutationen bekannt. Eine umfassende Analyse dazu liefert nun...
lesen Sie mehr 

Tropischer Hoffnungsträger

Ein Forscherteam der Universitätsklinika Erlangen und Tübingen ist mit einem vielversprechenden Ansatz einer Therapieoption für COVID-19 auf der Spur. Das aus dem tropischen Cinchona-Baum gewonnene Alkaloid Chinin stellte sich als...
lesen Sie mehr